| Kurs | "Internationale Jugendbegegnung und politische Bildung zwischen „Kalter Krieg“ und „multipolarer Weltordnung" Ein Symposium zu Ehren von Dr. h.c. Erik Bettermann |
| Zeitraum | am 11.05.2026 |
| Status | bestätigt |
| Thema | Demokratie und politisch-historische Bildung |
| Kursformat | Kurzformat |
| Veranstaltungsart | Präsenz |
| Freie Plätze | |
| Anmeldeschluss | am 11.05.2026 um 23:59 Uhr |
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"In den Anfängen ging es darum, unsere Nachbarländer kennenzulernen.
Heute gilt es, die Demokratie zu schützen"
Als er Anfang der 60er Jahre das erste Mal Frankreich besuchte, warnte ihn sein Vater noch vor dem „Erzfeind“. Wenige Jahre später organisierte er selber Jugendbegegnungen ins westeuropäische Ausland, nutzte seine Funktionen zur Stärkung des Dialoges mit Jugendlichen aus Osteuropa, setzte sich für die Gründung eines europäischen Jugendwerks ein wie auch für die Intensivierung der Kontakte nach Israel und in die USA: So wie Erik Bettermann engagierten sich viele Jugendliche im Westeuropa der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts für die internationale Jugendbegegnung und leisteten dabei einen wirksamen Beitrag zur Verständigung über Systemgrenzen hinweg und zur Überwindung nationaler Feindschaften.
Diese aktive Jugendbegegnung war den einen zu (partei)politisch, den anderen zu wenig (kapitalismus)kritisch war. Die einen pochten auf Autonomie, die anderen auf gesellschaftspolitische Verantwortung. In jedem Fall war sie Gegenstand politischer Kontroversen inner- und außerhalb der Jugendverbände.
Nach dem Ende des Kalten Krieges schien die Jugendbegegnung ihren politischen Charakter verloren zu haben, zumal das „Ende der Geschichte“ ausgerufen wurde. Seit 25 Jahren hat sich aber eine Weltordnung herausgebildet, die gepaart mit dem Erstarken illiberaler Demokratiemodelle postmoderne Selbstgewissheiten erschüttert hat. Das Nebeneinander von Diversität und Abschottung belasten zivile Gesellschaften und multilaterale Systeme gleichermaßen. Die Unübersichtlichkeiten durch scheinbar unbegrenzte Datenströme und das Vermischen von realen und künstlichen Welten leisten ihr Übriges.
Internationale Jugendbegegnungen stehen als ein Instrument zur Verfügung, um über die reale, analoge Begegnung Verständigung zu erreichen, die die Welt der digitalen Blasen nicht mehr leisten kann.
Aber kann die Internationale Jugendbegegnung das überhaupt leisten? Und hat sie das in der Vergangenheit überhaupt geleistet? Was hat Jugendbegegnung ausgemacht? Welche Rolle hat „Europa“ dabei gespielt? Hat Begegnung tatsächlich die politische Handlungsfähigkeit gestärkt? Wie kann sie nun in einer diversen und zunehmend digitalisierten Welt aussehen und wirken? Und was soll sie überhaupt bewirken? Schließlich – wie müssen die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen aussehen, damit sie das leisten kann?
Diese und andere Fragen wollen wir im Rahmen des Symposiums, das wir zu Ehren von Erik Bettermann anlässlich seines Ausscheidens nach 36 Jahren Mitgliedschaft in Vorstand und Präsidium des Gustav-Stresemann-Instituts durchführen, aufgreifen.
Bei der Beantwortung der Fragen werden u.a. helfen:
Klaus Waldmann, Berlin; Dr. Susanne Rappe-Weber, Leiterin Archiv der Deutschen Jugendbewegung; Maria Daldrup, Leiterin Archiv der Arbeiterjugendbewegung; Klaus Schäfer, ehemaliger Staatssekretär im Jugendministerium NRW; Konrad „Konny“ Gilges, ehemaliger Vorsitzender des Bundesjugendrings; Erik Bettermann, ehemaliger Bundesgeschäftsführer des Bundesjugendrings; Dr. Anne-Christine Hamel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora; Mareike Ketelaar, IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.; Prof. Andreas Thimmel, TH Köln; Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., ehemalige Bundesvorsitzende des Bundes der deutschen Katholischen Jugend; Ute Lange, Bonn; und viele andere…
Im Anschluss an das Symposium laden wir zu einem Empfang.
Die Beiträge des Symposiums werden Grundlage für eine Veröffentlichung.
Die Teilnahme ist kostenlos. Das genaue Programm wird nach Anmeldung zugeschickt.
Zum Hintergrund:
Erik Bettermann war von 1989 bis 2025 ununterbrochen Mitglied im Vorstand bzw. Präsidium des Gustav-Stresemann-Instituts, davon 17 Jahre Vorsitzender bzw. Präsident bis 2025. Er ist am 8. Mai 1944 geboren.
Das GSI ist hervorgegangen aus dem deutschen Sekretariat der Europäischen Jugendkampagne, die von 1951 bis 1958 durchgeführt wurde. Jugendbegegnung begleitet die Arbeit des GSI damit von Beginn an und findet jetzt vor allem im Rahmen des deutsch-französischen Jugendaustausches statt.
Die „GSI Gustav Stresemann Stiftung“ ist eine Tochtergründung des GSI.
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| Montag | 13:00 - 18:00 Uhr |
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